Etiquette

Ja, die gibts. Und die gehört auch dahin. Wie zu eigentlich grundsätzlich jeden menschlichen Handelns.

Man kann durchaus darüber streiten. Denn im Effekt geht es um eines: Den Spaß am Golfen.

Natürlich darf man bei einem Turnier nicht jemand anderem sagen, was er falsch macht. Schon klar.

Und man sollte es nicht ungefragt bei einem “normalen” Spiel tun.

Und das ist der Trick: Ungefragt.

Es gibt ja die Klugscheisser, die einem was von “Chicken-Wings” erzählen und was da alles nicht passt.

Was ja kontraproduktiv ist. Das wissen auch die guten Pros. Die beschränken sich auf drei Dinge, die sie korrigieren in einer Stunde und mehr nicht. Was ich wirklich gut finde. Denn mehr krieg ich eh nicht auf die Reihe. Daß es nach der Stunde praktisch überhaupt nicht mehr klappt, ist eine andere Geschichte die ein andermal erzählt werden soll. Ach Quatsch. Das wurde schon so oft geschrieben, das weiß sowieso jeder.

Aber ich hatte letztens ein Erlebnis.

Ich bin ja nun eher blutiger Anfänger. Und wie einem jeder sagt: “Im ersten Jahr musst du leiden.”

Bis jetzt stimmt das jedenfalls. Aber ich bin noch im ersten Jahr. Vielleicht wird’s im zweiten wirklich besser.

Ich war jedenfalls auf einer Runde, es ging Richtung Herbst, es war ein zwar kalter aber sonniger Tag. Erstaunlich, wie wenig einen unter zehn Grad stören, wenn die Sonne scheint…

Jedenfalls drosch ich, wie es regelmäßig der Fall ist, meine Abschläge rechts in die Pampa. Manchmal klappts, aber eher nicht. (Deswegen habe ich auch viele viele Bälle mit Flugerfahrung dabei.)

Es war an diesem Tag erstaunlich voll, so daß ich in einen bestehenden Zweier-Flicht gesteckt wurde.

Jedenfalls nach einem Abschlag – mal wieder rechts irgendwo ins Rough – die Frage: “Darf ich etwas sagen?”

Das kann böse enden. Da kann durchaus dann eine Tirade an Tipps, Tricks und Kniffen folgen, die gerade mal gar nix helfen. Auch schon erlebt.

Aber ich bin Anfänger. Ich nehme praktisch jede Hilfe, die ich kriegen kann. Also ja, klar darfst du was sagen.

“Beim Probeschlag machst dus noch. Aber beim ‘echten’ Schlag bleibt deine Hüfte praktisch stehen. Keine Bewegung mehr drin. Ich denke, deshalb haust du die alle nach rechts.”

Punkt. Nicht mehr. Nur das.

Mit dem – für mich wirklich sensationellen – Ergebnis, daß ich ab da praktisch alle Bälle nach links gedroschen habe.

Im Verlauf der restlichen Runde musste ich dann die Kompensationen, die ich eingebaut hatte, um weniger nach rechts zu kloppen wieder ausbauen.

Also nicht mehr “rechte Hand weit rum” oder “rechte Schulter nach hinten”…

Wirklich guter Tipp! Und völlig unaufdringlich.

Ja, entgegen der “Etiquette”. Wen juckt? Mich nicht.

Ok, in einem Turnier hätte das Strafpunkte geben können. Aber selbst in einem Turnier (und entgegen sämtlichen Gerüchten sind die ‘normalen’ Golfturniere auch nix wildes) hätte ich spätestens nach dem nächsten Schlag (der wirklich weeeeiiit nach links abgehauen ist) mich bedankt.

Weil für mich ist linksrum: GUUUUT!

Etiquette ist so eine Sache.

Die Nervköpfe, die alles besser wissen mag keiner.

Aber für so einen Tipp kann mir die Etiquette den Buckel runterrutschen.

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