Meine Fehler

Jeder, der schon mal zumindest halbseiden versucht hat, dieses komische weisse Ding zu schlagen weiß, daß es eine Myriade Möglichkeiten gibt, dabei etwas falsch zu machen.

Zunächst mal sieht man das “Falsch machen” daran, daß der Ball nicht dahin fliegt wo er soll oder nicht so weit, wie er eigentlich müßte.

Das ist zunächst mal der Anfang der Fehlersuche. Denn wenn jemand total schräg und mit übelsten Verrenkungen den Ball wunderbar dahin schlägt, wo er hinsoll oder mit dem Driver (auch “Testosteron-Prügel” genannt) puttet und einlocht, dann ist das Schnurzpiepe.

Egal, wie es aussieht, wenn der Ball tut, was man von ihm will, dann ist das nicht so wichtig.

Das tut er beim normalen Golfanfänger allerdings nicht. Ob er es später bei “erfahrenen” Golfer tut, sei mal dahingestellt.

Wir gehen also mal davon aus, daß die Pille nicht da hin fliegt, wo sie hinsoll (wenn sie denn fliegt), nicht weit genug oder nicht konstant genug.

Der Fehler liegt natürlich nicht darin, daß man dann entweder viele Bälle braucht (als Anfänger kauft man bei der Bucht am Besten Großpackungen. 160 Stück für 20 Euro oder sowas) oder im “Rough” (das fieserweise nicht gemähte Gras, Gebüsch, Wäldchen, Acker und was da sonst noch neben der Bahn zu finden ist) seinen Ball sucht.

Das ist nur das Resultat des Fehlers. Oder besser: Der Fehler. Denn es ist selten nur einer.

Und der Fehler liegt – wie könnte es anders sein – im Schwung, mit allem, was dazu gehört.

Weiß ja im Prinzip auch jeder Golfer. Und die, die es werden wollen, werden es lernen…

Natürlich kann man das jetzt auch weiter treiben und die tiefere Ursache dieses Fehlers suchen. Findet man auch: Zu angespannt, zu nervös, nicht genug konzentriert, zu viel konzentriert, nicht genug innere Ruhe, usw.

Aber darum soll es nicht gehen. Es geht um den Schwung. Und das, was ich dabei falsch mache.

Als ich das erste Mal auf einer Driving Range stand und mein späterer Trauzeuge mir die ersten Dinge dazu sagte, lautete der Spruch etwa so: “Du musst nur 37 Dinge gleichzeitig beachten, dann klappts schon.”

Recht hat er. Nur ist das natürlich Unfug. Niemand kann 37 Dinge gleichzeitig im Kopf behalten und beachten.

Normalerweise kann man maximal 7 Dinge gleichzeitig aktiv im Kopf haben.

Und unter Stress weniger.

Das erklärt auch, warum manchmal Leute aus brennenden Hochhäusern springen: Weil die Information “Ich bin im 45sten Stockwerk, das ist keine gute Idee” hinten runter fällt, denn unter dem Stress des Feuers sind es schnell mal nur noch fünf Dinge zeitgleich. Oder gar drei. Und die drei sind dann: “Da brennts, da muß ich weg von”, “Ich will hier raus” und “die Treppe runter geht nicht”. Die Kiste mit dem 45sten Stock ist einfach nicht mehr dabei.

Was dann natürlich auch erklärt, warum ein entspannter Golfer besser spielt als ein gestresster: Weil er eben ein paar Sachen mehr im Kopf  behalten kann.

Das ändert natürlich auch nichts daran, daß selbst ein Albert Einstein (hat der eigentlich auch Golf gespielt?) keine 37 Dinge gleichzeitig beachten kann, wenn er auf die weisse Pille schielt.

So. Meine Fehler sind reichhaltig und sicherlich mehr als die sieben Dinge, die ich selbst im entspannten Zustand vielleicht im Kopf behalten könnte.

Meine Bälle fliegen mit Fleiß und sogar relativ konstant nach rechts. Und nicht nur einfach so nach rechts (das würde sich, soweit ich das mittlerweile weiß, “Push” nennen), sondern mit einem ziemlich massiven Bogen nach rechts.

Das bedeutet zum einen, daß ich den Ball vom Start weg zu weit nach rechts schlage. Und zum anderen, daß die Schlägerfläche dabei noch weiter nach rechts zeigt und dem Ball einen ordentlichen Drall verpasst.

Von der Schlagmechanik kann das jetzt schon mal auf zwei Dinge zurückzuführen sein:

1.) Ich schlage von Innen nach Aussen.

Das wäre ja erstmal gar nicht so schlecht, weil – laut YouTube – der häufigste Grund für einen “Slice” (der Bogen nach rechts) ein Schlagen von Aussen nach Innen ist.

Da habe ich meine Zweifel, daß das wirklich mein Fehler ist. Da mein Ball aber gerne schon nach rechts startet, komme ich zumindest nicht allzuweit von Aussen. Immerhin was.

2.) Schlägerfläche ist offen.

Das heißt, daß die Schlägerfläche nach rechts zeigt und zwar relativ zur Schwungbahn.

Das ist mit Sicherheit der Fehler zwischen Schlägerkopf und Ball bei mir.

Schön, aber was hilft dieses Wissen jetzt mir? Nicht viel. Ich weiß, ich muß die Schlägerfläche mehr schliessen. Aber wie?

Da kommt dann die Prostunde ins Spiel: Denn zumindest dort gibt es eine Kamera, die einem schon recht deutlich zeigt, wo der Fehler ist.

Bei mir ist es das linke Handgelenk. Das müßte im Moment des Treffens eigentlich nach vorne unten zeigen. Sie zeigt aber ziemlich deutlich nach rechts oben.

Schön, wir kommen der Sache näher. Also das Handgelenk im Abschwung drehen.

Was so einfach gar nicht ist. Denn was dabei ganz gerne passiert – und wohl auch mir – ist, daß der Schlägerkopf die Hände überholt. Was man in der Fachsprache dann “Löffeln” nennt.

Auf Videos sieht es so aus, als das mein linker Handrücken zwar nach vorne zeigt, aber nach vorne oben. Und nicht nach vorne unten. Wobei ich es trotzdem schaffe, die Hände nicht vom Schlägerkopf überholen zu lassen. Immerhin.

Das ist der eine Punkt: Unterarm/Handgelenk drehen im Abschwung.

Der nächste Punkt ist, daß ich mich nicht so wirklich in Richtung des Balles bewege. Wie immer man das nennen will: Hüftdrehung, Hüfte seitwärts, wat auch immer. Jedenfalls nicht genug, wenn überhaupt.

Im Effekt führt das dazu, daß meine Schwungbahn vor dem Ball den tiefsten Punkt erreicht. Ist zwar beim “Testosteronprügel” schon ganz ok, aber bei den Eisen sollte es anders sein: Der tiefste Punkt (und etwas fliegender Acker) sollte nach dem Ball sein.

Lösung: Gewichtsverlagerung.

Dritter Punkt: Ball angucken.

Die alter Leier von wegen “Kopf nicht zu früh heben” bedeutet genau das: Guck den Ball an. Und zwar da, wo er gerade ist und nicht da, wo er gleich sein wird.

Was bei der Geschwindigkeit des Balles (wenn man ihn den richtig getroffen hat) bedeutet, daß man in der Zeitlupenaufnahme so aussieht, als würde man noch lange da hin gucken, wo der Ball gar nicht mehr ist.

Vierter Punkt: Der Griff.

Zum einen der tatsächliche Griff: Meiner ist zu “stark”. Die rechte Hand nicht weit genug über dem Schläger, die linke passt schon. Höchstens etwas zu hoch am Schläger.

Aber das ist nicht der Witz, denn den Schläger kann man greifen und dann vergessen. Man darf nur nicht mehr loslassen.

Und dann kommts: Die ebenso alte Leier von “halt den Schläger wie ein kleines Vögelchen.

Ebenso tausendmal gehört aber nie verstanden.

Ist aber so. Wenn ich ein Vögelchen (darf auch ein Adler sein) so halten würde, wie meinen Schläger, hätte ich ein totes Federvieh in den Händen. Ein “Ex-Vögelchen” sozusagen.

Donnerstag habe ich zwei Stunden auf der Driving Range verbraucht und versucht, diese Dinge umzusetzen. Wobei mir das mit der Griffstärke erst am Schluß aufging.

Und siehe da: Es hat geklappt!

Die große Quizfrage ist jetzt nur noch, ob ich das auch wiederholen kann.

 

Das sind natürlich alles meine Fehler. Und jemand anderem helfen sie eher weniger.

Vom Ballflug her ist mein Problem ein “Slice”. Aber die Ursachen sind so viele, daß es keinen Tip gibt, der für alle passt. Auch wenn noch so viele YouTube Videos etwas anderes sagen.

 

 

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